Wenn die 2. Herrenmannschaft eine Reise tut

von Kevin Meinel
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Temperaturen um die 20 Grad Celsius, ein leicht bedeckter Himmel für einen klaren Blick auf den Ball, Windstille und ein fehlerloser ebener Platz - so liebt der Tennisspieler seinen Sport am meisten.

Nun gibt es in diesem Paradies nur ein Problem und das nennt sich Wetter. Da gibt es Spiele, bei denen durch leichte Turbulenzen aus einem Lob ein Stop wird, der Smash in der Mittagssonne einem nahezu das Augenlicht raubt, oder man wahlweise Angst haben muss am Tennisschläger festzufrieren, um ihn zwei Wochen später bei Tropenhitze so oft zu verlieren, dass man vor lauter Transpiration denkt, er wäre mit Gleitgel eingeschmiert. Das alles kennt der Tennisspieler und hat über die Jahre gelernt damit umzugehen.

Aber manchmal gibt es eben auch Tage, die sind zum Tennis spielen nicht gemacht. Der 4.Mai 2019 war so einer. Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, der Winter hat mit seiner weißen Pracht nocheinmal angeklopft und wo es für den Schnee zu warm wurde, da hat es geregnet. Da waren sich die meisten wettererprobten Spieler im Bezirk Chemnitz einig, tauschten sich erst untereinander aus und danach das Vereinstrikot mit der Jogginghose und den Tennisschläger mit einer heißen Tasse Kakao oder einem frisch gezapften Hopfengetränk.

Doch nicht der ganze Bezirk, denn wie es unter Comic-Fans sinngemäß heißt, leistete eine Stadt in der Nähe von Chemnitz erfolgreich Widerstand gegen das Wetter. Und so machten sich unsere vier Recken, nachdem sie acht digitale Boten ins ferne Land schickten, um Klarheit zu erlangen, auf den 80km langen Weg nach Frankenberg. Dort angekommen stellte sich heraus, dass es nur einen halben Frankenberger Widerstand gegen das Wetter gibt, denn die anderen 50% hatten die Handschuhe auch schon ganz hinten in den Schrank geräumt. Zumindest die angekündigt festgespielten Plätze ließen ein klein wenig Ostseefeeling aufkommen.

Der Errungenschaft der Demokratie sei dank, entscheidete letztlich die Mehrheit, die sich mit herausragenden 25% der Stimmen zum Austragen des Punktspiels entschied. Und so gingen die Stunden ins Land, die Stimmung bildete eine perfekte Symbiose mit den Temperaturen, wogegen die Emotionen auf beiden Seiten eine bevorstehende Hitzewelle ankündigten.

Während die 1:5 Niederlage schon fast zu einer Randnotiz verkam, traten die Männer mit hungrigen Mägen aber zumindest ordentlich Wut im Bauch die 80km lange Rückreise nach Plauen an.

Dieser Tag war leider keine Werbung für den Tennissport.