Plauen - Eine besondere Trainingsgruppe

von Frank
Zugriffe: 1440

existiert seit vorigem Jahr beim Tennisclub Plauen. Vier Heimkinder aus dem Jugendzentrum Jocketa üben sich einmal pro Woche im Umgang mit dem Tennisschläger und dem gelben Filzball. Trainiert werden sie von Marcel Fischer und Michael von Derschau.

Letzterer hatte 2016 die Idee dazu. „Ursprünglich war einmal angedacht, neben Kindern und Jugendlichen,die im Leben nicht so viel Glück hatten, sozial benachteiligt sind oder in Heimen leben, auch Flüchtlingen ein Training zu ermöglichen und das Leben in einem Verein kennenzulernen“, erzählt von Derschau. „Am Ende kamen wir beim TC Plauen auf

die Idee, bei der  Einrichtung in Jocketa vorstellig zu werden. Die Verantwortlichen waren sehr erfreut und wir haben das Training mit zwei Kindern angefangen, mittlerweile sind es vier. Zudem ist noch das eine oder andere Kind dabei, das einmal reinschnuppert.“ Von Derschau lobt speziell seinen Vereinskameraden Marcel Fischer: „Er leistet in dieser Gruppe die Hauptarbeit, leitet auch das gesamte  Hallentraining im Winter. Die Kinder und Jugendlichen haben so die Möglichkeit, den Alltag von Heim und Schule für ein paar Stunden hinter sich zu lassen.

Im Sommer wird auf der im Jahr 2010 auf fünf Plätze erweiterten Anlage des TC Plauen trainiert, im Winter im Sportpark Plauen. In Wettkampfteams des Clubs haben die Vier zwar noch kein Spiel bestritten, in der Mannschaftsaufstellung sind ihre Namen als Ergänzungsspieler aber schon zu finden. „In naher Zukunft sind sie ja vielleicht soweit“, sagt Thomas Weber, der Vorsitzende des aktuell 107 Mitglieder starken Tennisclubs. „Ich freue mich sehr, dass wir im Verein viele Mitglieder haben, die sich engagieren und unter anderem solche Initiativen ins Leben rufen. Unser Ziel ist es, die Kinder aus Jocketa nach und nach in den normalen Übungsbetrieb und unser Vereinsleben zu integrieren.“ So übt mit Konstantin mittlerweile schon ein anderer Sportler aus dem TC-Nachwuchs in dieser Gruppe mit.

Die vier „Jocketaer“ sind zwischen neun und 15 Jahre alt und heißen Brandon, Jason, sowie Cevin und Justin. Letzterer kam im Herbst vorigen Jahres dazu und ist Feuer und Flamme: „Am Anfang war es schon schwer, den Schläger zu kontrollieren. Aber ich kann es immer besser und es macht wirklich Spaß, sich zu bewegen und die Bälle übers Netz zu schlagen“, sagt Justin freudestrahlend.

 

Unterstützt wird die Aktion in diesem Jahr von der Sparkasse Vogtland. Vereinsmitglied Antje Preuß hatte den Kontakt hergestellt. Das Kreditinstitut unterstützt die speziell beim winterlichen Hallentraining kostenintensive Aktion mit 1000 Euro pro Jahr. „Wir empfanden die Sache als interessantes Projekt, als etwas nicht alltägliches“, zeigt sich Sparkassen-Bereichsleiter Dr. Ravinder Stephan Singh Sud beeindruckt. „Die Kinder lernen ja mehr als nur Tennisspielen. Sie lernen zu gewinnen, aber auch zu verlieren und vielleicht auch einmal, sich um andere zu kümmern oder selbst Verantwortung zu übernehmen. Wir werden diese Aktion gerne auch ein weiteres Jahr wohlwollend begleiten.“ (tgf)